Coaching Berlin Report

Schubladendenken im Coaching – Persönlichkeitstypen als Instrumente der Reflexion

26.08.08 (Coaching, Training & Co., Strategisches Personalmanagement)

Ich würde gerne eine provokante These erheben: „Menschen, die andere Menschen verstehen oder gar führen möchten, müssen in Schubladen denken.“.

Ich möchte diese Aussage jedoch um eine weitere These erweitern: „Erfolgreiche Führungskräfte und Coaches (etc.) reflektieren ihre Schubladen bzw. Denk- und Handlungsmuster und sind flexibel, diese für eine gemeinsame Zielerreichung mit ihrem Gegenüber zu verwerfen.“.

Damit Menschen zielgerecht handeln können, müssen Sie vorher eine Unterscheidung treffen. Sie müssen ihre Wahrnehmung auf das zugeschrieben Wichtige lenken und angenommene Nebensächlichkeiten ignorieren. In der Neuropsychologie hat sich eine Metapher hierfür fest etabliert. Wenn man eine Medaillie betrachtet, so sieht man immer nur die eine Seite. Für die andere Seite ist man faktisch blind.

Im Coaching arbeite ich seit geraumer Zeit mit sogenannten Metaplänen. Der Grundstein für diese Auseinandersetzung resultiert aus dem Persönlichkeitsmodell nach C.G. Jung.

Das Persönlichkeitsmodell oder alle von ihm abgeleiteten Modelle sind meines Erachtens für die praktische Anwendung allerdings zu kompliziert und stoßen bei Klienten auf unpraktikablen Widerstand, da sie zu hochschwellig sind.

Darüber hinaus verwende ich die Metapläne grundsätzlich nicht als Diagnostikinstrument persönlichkeitsrelevanter Ausprägungen. Ich verwende die Metapläne ausschließlich zu Beginn der Zusammenarbeit dafür, um die Sprache (Wahrnehmungs- und Denkmuster) meiner Klienten kennenzulernen. Ich verwende die Metapläne darüber hinaus als Assessmentinstrument, wenn ich über Werte der Unternehmensmitarbeiter als Index verfüge, um die Deckungsgleichheit mit Kandidaten zu vergleichen.

Metapläne können als dichotome Gegenüberstellungen verstanden werden. Natürlich gibt es nie nur „schwarz“ oder „weiß“, dennoch kann uns diese Unterscheidung die wichtige Richtung vorgeben, um mit unserem Gegenüber zeitnah in den Dialog mit einer gemeinsamen Sprache zu kommen.

Von mir verwendete Metapläne sind, z.B.:

Insgesamt verwende ich in meiner Arbeit 9 Metaplanpaare. Mehr Metapläne haben sich als unpraktikabel und zu viel erwiesen. Wenn sich Mitarbeiter eines Unternehmens im Coaching nach den Metaplänen bewerten und ein Index gebildet werden kann, kann je zwischen zwei Ausprägungen im Unternehmen unterschieden werden:

1)  in sich geschlossen, liniear, bewährt und die Gegenüberstellung

2) lebendig / dynamisch, offen, selbstsicher.

Um auf die anfänglich formulierten Thesen zurüchzukommen:
Ja, ich denke, Führungskräfte und Coaches benötigen das sogenannte Schubladendenken, da sie nur aus der dahinterliegenden Logik Theorien entwickeln können, die dem zielgerichteten Handeln zugrunde liegen müssen. Gleichwohl müssen diese Theorien / Schubladen stetig reflektiert werden, da sie ggf. bei Ungenauigkeit verworfen oder umgebaut werden müssen.

Metapläne und Persönlichkeitstypologien sind Instrumenten innerhalb des Coachings oder der Personalführung. Sie haben eines mit allen Instrumenten gemein: Sie müssen funktionsgerecht angewendet werden und nicht das Instrument entscheidet über den Erfolg, sondern die Anwender (d.h. der Coach und der Coachee / die Führungskraft und der Mitarbeiter).

Mit besten Grüßen
Stefan Missal

FreiRaum-Beratung ? Management und Gesundheit ? m personal coaching
www.freiraum-beratung.de
www.management-und-gesundheit.de
www.m-personal-coaching.de

   

Kommentar schreiben

Sie müssen Eingelogged , um einen Kommentar zu hinterlassen.