Coaching Berlin Report

im Stress gefangen – sinnvolle Pausen machen

03.06.10 (Coaching, Training & Co., Strategisches Personalmanagement)

Seminar Zeitmanagement

Stress war und ist weiterhin ein wichtiges Thema in der Personalentwicklung. In Anlehnung an eines unserer Stretgiecoachings soll im Folgenden aufgezeigt werden, wieso es in erster Linie wichtig ist, über die Funktionsweise von Stress informiert zu sein. Erst wenn man die Wirkungsweise von Stress versteht, können adäquate Ansätze und Methoden gefunden werden, um negative stressbedingte Dynamiken zu unterbrechen, abzuschwächen oder gar vorzubeugen.

Die Definition von Stress finden Sie in einem früheren Beitrag:  Stress. Definition und Wirkungen.

Stress ist ohne Zweifel einer der größten Zeitfresser und zwar, weil Stress sowohl Ursache als auch Wirkung des berüchtigten Teufelkreises ist (Kommunikation: Hölle, Teufel, Teufelskreis).  Betrachten wir einmal nicht die positiven, aktivierenden und absolut notwendigen Seiten des Eustress (positiver Stress), so ist es das stressige bzw. dis-gestresste Erleben der inneren Erregtheit, das aufgrund des hohen Energieverzehrs die Wahrnehmung schwächt und Fehler im Handeln hervorruft. Diese Fehler wiederum verstärken den Disstress (negativer Stress) und der Teufelskreis ist geschlossen.

Stressmanagement als Grundvoraussetzung

Das Stress an sich keine negative oder gar überflüssige „Erfindung der Natur“ ist, muss sicher nicht mehr argumentiert werden. Wichtig ist es allerdings, sich vor Augen zu führen, dass im Gegenteil zum häufigen Alltagsverständnis, Stress nicht einfach so schnell verschwindet, wie er gekommen ist. Stress bzw. die physiologische bzw. psychologische Aktivierung entspricht in der Wirkungsweise keiner Gaußschen Normalverteilung. Aus evolutionsbiologischer Sicht ist dies sicher auch einfach nachzuvollziehen: Der Organismus muss in Gefahrensituationen blitzschnell aktiviert werden. Ist die Gefahrensituation jedoch augenscheinlich (auch im psychologischen Sinne) nicht mehr erkenntbar, schützt der langsamere Abbau der inneren Aufmerksamkeit und Aktivierung davor, sich allzu verfrüht der Sicherheit hinzugeben.

Als Methapher kann folgendes Beispiel dienen: „Stellen Sie sich eine Situation in der Urzeit vor. Sie schlendern gerade durch den Wald, als plötzlich der berüchtigte Säbelzahntiger hinter einem Baum vorspringt. Sie haben einfach keine Zeit, die Situation kognitiv in allen Perspektiven zu durchdenken, sondern Ihr Organismus schaltet auf Alarm um und Sie rennen blitzschnell los. Sie biegen hinter drei Bäumen ab und der Tiger ist aus Ihrem Blickfeld verschwunden. Stellen Sie sich nun vor, die innerer Erregung wäre genauso schnell weg, wie sie gekommen ist. Dies wäre katastrophal, wenn der Säbelzahntiger unvorhergesehen nun wieder vor Ihnen stände – Sie wären im wahrsten Worte erneut überrascht, unvorbereitet und mittlerweilen sicher eine lohnende Speise gewesen.“

sinnvolle Anti-Stress-Techniken

Die physiologische und psychologische Aktivierung ist also in der jeweiligen Wirkungsweise nicht normal verteilt. Dies führt jedoch dazu, dass nun etwas im Sinne des Stressmanagements berücksichtigt werden muss.

Wenn hintereinander wirkendende Reizstimuli auftreten, können sich diese gegenseitig in ihrer eigenen Intensität verstärken. Dies führt dazu, dass Reize in Kombination aktivierender wirken können, als wenn sie alleine wahrgenommen worden wären. Die Gefahr besteht nun darin, dass auf eben solch einen Reiz aufgrund der inneren Aktivierung nicht adäquat reagiert wird, wodurch erneut stressverursachende Dynamiken ausgelöst werden können.

Stellen Sie sich als Beispiel vor: „Um 10 Uhr haben Sie eine wirklich aufregende Auseinandersetzung und hitzige Diskussion  mit einem Kollegen, dass eine Arbeit nicht erledigt worden ist, die auch auf Sie zurückgeführt wird – und Sie streben doch gerade eine Beförderung an und möchten wirklich nicht negativ auffallen. Um 10:15 Uhr sind Sie wirklich wütend. Als Sie gerade in Ihr Büro zurückgehen wollten, kommen Sie in der Küche vorbei und entschließen sich zur Entspannung noch einen Tee zu trinken – DOCH DER TEE IST WIEDEREINMAL ALLE UND KEIN NEUER GEKAUFT WORDEN. Jetzt sind Sie wirklich wütend und können sich nicht mehr im Zaum halten, obwohl der Kiosk nur 2 Minuten entfernt ist und Sie ansonsten einfach ohne Diskussion und Aufwand neuen Tee gekauft oder einfach etwas anderes getrunken haben.“

Um wirksame Anti-Stress-Techniken anwenden zu können, muss man die Wirkungsweise von Stress verstehen. Gerade wenn viele Stressstimuli hintereinander wirken, ist es am einfachsten und häufig auch am sinnvollsten, eine Pause zu machen, damit sich die innere Erregtheit abbauen kann (gutes Pausenmanagement). Eine der erfolgreichsten Techniken, den Abbau der Erregung zu unterstützen, ist die Muskelrelaxation. Durch bewusste Muskelkontraktionen und Entspannungseinheiten „entregen“ Sie Ihre Muskulatur, das wiederum positiv auf Ihre Wahrnehmung wirkt: „Ich entspanne – die Situation normalisiert sich.“ (Muskelrelaxation)

Mit besten Grüßen
Stefan Missal

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