Coaching Berlin Report

die therapeutische Orientierung der systemischen Therapie

23.03.08 (Coaching, Training & Co.)

Coaching ist qualitativ etwas anderes als Psychotherapie, da schlussendlich auf andere Zielgrößen hingearbeitet wird. Dennoch ist das Wissen und die Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen der unterschiedlichen Therapieschulen sinnvoll und notwendig.

Die therapeutische Orientierung der systemischen Therapie / Familientherapie:

Die systemisch-familientherapeutischen Modellvorstellungen

Die Orientierung der familientherapeutischen Schulen ist sowohl nicht mit der Symptomorientierung der Verhaltenstherapie wie auch nicht mit der individuellen Orientierung der den Symptomen zu Grunde liegenden Ursächlichkeiten der Psychoanalyse oder Gesprächspsychotherapie gleichzusetzen.

In den familientherapeutischen Modellen liegt der Fokus zwar hinter dem symptomatischen Erleben und Verhalten des Indexträgers, jedoch nicht auf einer individuell-defizitären Betrachtungsebene, sondern auf der funktionalen Bedingtheit im Familiensystem.

Aufgrund des systemischen Verständnisses, dass sich Verhalten immer nur im sozialen Kontext aktualisieren und als Muster verfestigen kann, stellt sich die Familientherapie die Frage, wieso sich genau dieses Symptomverhalten stetig aktualisiert. Somit liegt der Fokus der Betrachtung nicht mehr auf dem Indexträger als Verursacher, sondern auf dem Gesamtsystem als Musterstabilisator. Gleichzeitig wird der Indexträger jedoch nicht als Opfer sozialstruktureller Gegebenheiten angesehen, sondern als aktiver Gestalter seiner Wirklichkeitskonstruktion, der über das systemische Verständnis genauso wie das Gesamtsystem jederzeit die Möglichkeit hat, „neue Erfahrungen“ (SATIR, 1975, S. 45) zu machen. Hinsichtlich dieses systemischen Verständnisses der Fokussierung des Einzelnen und des Gesamtsystems kann man im Großen und Ganzen zwei therapeutische Orientierungs- und Wirkungsebenen unterscheiden:

  1. die Orientierung am Gesamtsystem, d. h. in welchem Bereich liegt der Aktualisierungsnutzen symptomatischen Verhaltens und
  2. die Orientierung am Indexträger, d. h. die Veränderung der Erlebensmuster bzw. Wirklichkeitskonstruktionen und das sich daraus verändernde Verhalten.

Die zirkuläre Realitätskonstruktion innerhalb der Familie muss zweimal unterbrochen werden. Das erstemal in der ursächlichen Wirkung unbewusster familiärer Aktualisierungsforderungen und zweitens in der ursächlichen Wirkung der eingeschränkten Wirklichkeitskonstruktionen und den damit verbundenen Handlungsmustern des Indexträgers.

Mit besten Grüßen
Stefan Missal

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