Coaching Berlin Report

die ressourcenorientierten Betrachtungen des Indexträgers von Erleben und Verhalten der unterschiedlichen systemischen Modellvorstellungen

23.03.08 (Coaching, Training & Co.)

Coaching ist qualitativ etwas anderes als Psychotherapie, da schlussendlich auf andere Zielgrößen hingearbeitet wird. Dennoch ist das Wissen und die Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen der unterschiedlichen Therapieschulen sinnvoll und notwendig.

Die ressourcenorientierten Betrachtungen des Indexträgers von Erleben und Verhalten der unterschiedlichen systemischen Modellvorstellungen:

Die verhaltenssoziologischen Modellvorstellungen

In allen verhaltenssoziologischen Modellvorstellungen reagiert bzw. handelt der Indexträger gemäß der Bedingungen, Anforderungen und Bedarfslagen seiner sozialen Interaktionsumwelt. In diesen Vorstellungen wird sein Verhalten erst dann abweichend, wenn es mit  den Anforderungen, Werte und Normen anderer Bewertungsmaßstäbe nicht mehr übereinstimmt. Diese Übereinstimmung bzw. Unstimmigkeit beschreibt jedoch in keiner Weise den Indexträger des gezeigten Verhaltens an sich. Dieser erfüllt aufgrund seiner Ressourcen, die in seinem Subsystem abverlangten Anforderungen. Seine Ressourcen liegen in der Lernfähigkeit und Selbstgestaltung, in seinem Subsystem adäquat zu handeln und nach seinen Maßstäben reflexiv und dynamisch auf Veränderungen reagieren zu können. Selbst im Verständnis der Theorie des labeling approach, in dem der Indexträger der Bewertung und Stigmatisierung höherer Systemordner ausgeliefert ist, spezialisiert und handelt der Indexträger aufgrund seiner Ressourcen sekundär abweichend und erfüllt somit auf der Basis seiner Ressourcen die Bedarflage seines kommunikativen Sozialsystems.

 

Die systemisch-familientherapeutischen Modellvorstellungen

In den systemisch-familientherapeutischen Modellvorstellungen fungiert der Indexträger als Mittler zwischen seinen individuellen Bedürfnislagen und der an ihn gerichteten familiären Bedarfsanforderung. Beide Anforderungen liegen nicht in bewusster Form bzw. Kommunikation vor. Das Ziel beider Dynamiken ist die Schaffung und Aufrechterhaltung eines Gleichgewichtszustandes, in dem sich alle Familienmitglieder und das Gesamtsystem kohärent ihrer Bedarfslage hin aktualisieren können. Im zirkulären Verständnis wirkt das Handeln des Einzelnen und des Gesamtsystems sowohl als Ursache als auch als Wirkung der beabsichtigten Gleichgewichtsschaffung. Das einzelne Familienmitglied handelt aufgrund seines individuellen Erlebens adäquat seiner Ressourcen:

  • als Mittler, seine Bedürfnisse und die familiären Vermächtnisse miteinander zu kombinieren,
  • als Sprachrohr vor- oder unbewusster familiärer Bedarfslagen,
  • als aktives Substitut für die Bedarfslagen einzelner Familienmitglieder oder
  • als aktives Substitut für die Bedarfslage der Gesamtfamilie.

Der Indexträger wird entgegengesetzt zu den traditionellen Störungslehren (siehe Abschnitt 2.1 meiner Arbeit) nicht als individuell-defizitär seiner Entwicklung begriffen, sondern als funktionales Bindeglied innerfamiliärer Dynamiken auf der Basis hoch spezialisierter Fertigkeiten und Ressourcen.

Selbst Phänomene schwerster psychischer Deprivationen werden im systemisch-familientherapeutischen Denken sowohl als Wirkung als auch als Ursache familiärer Strukturen gesehen. Der Indexträger dieser Phänomene handelt nicht defizitär, sondern funktional hinsichtlich der Aktualisierung seiner selbst im familiären Kontext.

Mit besten Grüßen
Stefan Missal

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