Coaching Berlin Report

Unternehmensentwicklung: Generation 50+

10.02.08 (Gesundheitsmanagement & Gesundheitsförderung, Management)

Generation 50+      
Potentiale einer unterschätzten Altersgruppe.

Nie in der Geschichte ist die Weltbevölkerung so schnell gewachsen wie im vergangenen Jahrhundert. Von 1900 bis heute hat sie sich von rund 1,6 Milliarden auf 6,5 Milliarden Menschen vervierfacht. Derzeit wächst sie jedes Jahr um etwa 76 Millionen Menschen. Nach der mittleren Prognose der Vereinten Nationen werden im Jahr 2050 etwa 9,1 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Der Anteil der über 65jährigen in der EU wird sich bis 2050 wahrscheinlich verdoppeln und somit von derzeit 75 Millionen auf fast 135 Millionen ansteigen. Diese Entwicklung beruht nicht nur auf einem Rückgang der Geburtenrate, sondern vielmehr auch auf der steigenden Lebenserwartung. Nach aktuellen Daten des statistischen Bundesamtes bedeutet das eine durchschnittliche Lebenserwartung für einen heute geborenen Jungen von 81,7 und für ein Mädchen von 87,8 Jahren.

Die Gründe für den stetigen Anstieg der Lebenserwartung liegen im medizinischen Fortschritt, in verbesserter Hygiene und besserer Ernährung sowie einem Rückgang körperlich belastender Berufe. Dies schlägt sich nicht nur in der Altersstatistik, sondern auch im Selbstverständnis und den Denk- und Verhaltensmustern der älteren Generation nieder. In einem Vergleich der Ergebnisse repräsentativer Telefonbefragungen von TNS Emnid aus dem Jahr 2006 mit denen von 2000 zeigt sich, dass die Generation 50+ spürbar selbstbewusster und gleichzeitig gelassener wird.

Die Menschen dieser Altersgruppe orientieren sich heute sehr viel stärker an ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Die Eigenverantwortung für Gesundheit und Wohlbefinden steigt. Rund vier Fünftel der Befragten verbinden mit dem älter werden „Reife und Weisheit“ statt „Zerbrechlichkeit und Krankheit“. Das drückt sich unter anderem in zunehmender Aktivität und steigender Lust am Lernen aus. Das Ausprobieren neuer Reise- und Sportangebote oder der Besuch von Fremdsprachenkursen haben Hochkonjunktur.

Die Berufstätigen der Generation 50+ schätzen ihren Beruf noch mehr als vor fünf Jahren. Das weit verbreitete Vorurteil, ältere Mitarbeiter seien weniger leistungsfähig, kaum kreativ und belastbar trifft nicht zu. Im Gegenteil: hinsichtlich ihres Erfahrungswissen, der Arbeitsdisziplin, des Qualitätsbewusstseins, der psychischen Belastbarkeit und Loyalität schnitten ältere Arbeitnehmer in einer Befragung der Initiative Neue Qualität der Arbeit (inqua) besser oder zumindest genauso gut ab wie ihre jüngeren Kollegen.

Dennoch vermeiden Arbeitgeber den Anstieg des Durchschnittsalters ihrer Belegschaft. Nur noch ganze 46% der deutschen Unternehmen beschäftigen Mitarbeiter über 50 Jahre. So liegt der Anteil der Erwerbstätigen unter den 55- bis 64-jährigen in Deutschland lediglich bei 38,4% (zum Vergleich: dieser Anteil liegt in der Schweiz bei 64,8% und in Großbritannien bei 53,3%).

Mit der Ausgrenzung älterer Mitarbeiter aus dem Erwerbsleben gehen aktuellen Einschätzungen zufolge jedoch zugleich Wissen und Innovationskraft verloren.

Die Aufgabe der Unternehmen wird in Zukunft darin bestehen, sich mit notwenigen Handlungsmöglichkeiten, wie betrieblicher Gesundheitsförderung und der Entwicklung von altersgerechten Arbeitszeitmodellen, auf den demographischen Wandel einzustellen und für eine altersgemischte Belegschaft zu sorgen. Die Politik kann hierfür nur die Rahmenbedingungen setzen.

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