Coaching Berlin Report

Blühender Geist

10.02.08 (Gesundheitsmanagement & Gesundheitsförderung)

Blühender Geist

Wider einer Entfremdung von der Gemeinschaft.

 

 

„Was früher Welt als Teil und Anteil unseres Ichs war, schrumpft mit dem welkenden Körper und durch ihn; schlimmer: es wird die klare Negation unser selbst.“
(Jean Améry, Über das Altern)

Mit dem Älterwerden lässt die körperliche Leistungsfähigkeit nach. Der Philosoph Jean Améry benutzt dafür das Bild des welkenden Körpers.

Die moderne Medizin, Wellness und Fitness Angebote bieten zahlreiche Möglichkeiten, die Leistungsfähigkeit des Körpers – dem jeweiligen Alter entsprechend – zu erhalten oder gar zu verbessern. Die Crux an der Sache ist, dass viele Menschen diese Angebote nicht in Anspruch nehmen. Sei es, dass sie sich diese Angebote nicht leisten können oder weil sie nicht wissen, dass es entsprechende Möglichkeiten gibt, sich fitt zu halten.

Die Welt als Teil und Anteil unseres Ichs entfernt sich weiter und weiter; die Beziehung zwischen Uns und der Welt wird kleiner. Schließlich tritt genau das ein, was Améry als Negation unser selbst beschreibt. Die Welt ist nicht anwesend, sie ist uns fremd geworden. Nicht umsonst werden alte Menschen häufig als weltfremd bezeichnet – „Du weltfremder komischer alter Kauz“. Es gilt, die Beziehung zwischen alten Menschen und der Alltagswelt aufrecht zu erhalten. Nicht umsonst zielt der Gesundheitsbegriff der Weltgesundheitsorganisation auf die physischen, psychischen und sozialen Determinanten von Gesundheit ab.

Welchen Beitrag können Prävention und Gesundheitsförderung leisten, um die Beziehung zwischen dem alten Individuum und der Gemeinschaft, in der es lebt, aufrecht zu erhalten?,

Es geht um Teilhabe, Mitgestalten und Verändern. Dann ist unser Lebensumfeld nicht mehr das Gegenteil von uns, sondern wir sind aktiver Teil der Gemeinschaft und die Gemeinschaft ein Teil von uns.

Gesundheitsförderung umschreibt diesen Gestaltungsprozess mit dem Begriff Community Development. Zuweilen wird auch der des Sozialen Kapitals benutzt. Dieser Begriff bezeichnet soziale Beziehungen und Netzwerke, die gegenseitiges Vertrauen, gemeinsamen Identitäten und Wertvorstellungen bedingen. Genau darum geht es! So können wir einer zunehmenden Entfremdung alter Menschen von ihrer Lebenswelt begegnen. Dazu braucht es alte Menschen, die ihre Mitmenschen begeistern und mitnehmen können. Es geht darum, gemeinsame Lebenserfahrungen auszutauschen und diese für die – zweifelsohne nicht nur aus alten Menschen bestehende – Gemeinschaft nutzbar zu machen. Wenn dies gelingt, kann auch der von Améry beschriebene Alterungsprozess aufgehalten werden. Aufgehalten kann er deshalb, weil eine Entfremdung von der eigenen Lebenswelt nicht sein muss.

Fruchtbare Beziehungen zwischen uns und unserer Lebenswelt können bis zum Tod aufrechterhalten werden.

Starke Gemeinschaften aktivieren in jeder Lebenslage Ressourcen  und Kräfte. Was wir brauchen, sind nicht nur Hochleistungsmedizin, Fitness und Super Wellness. Wir brauchen starke Gemeinschaften zwischen Alten und Alten aber auch und gerade Alten und Jungen. Sie setzen dem welkenden Körper einen blühenden Geist entgegen.

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